Kontakt und zur Person

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Yvonne Pouget, Choreografin
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Körperzentrierte Psychotherapie
Tanztherapeutin

Mitglied der DGT (“Deutschen Gesellschaft für Tanztherapie” e.V.)
Heilpraktikererlaubnis eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (HPG Gesetz).

Yvonne Pouget studierte Japanischen Butoh Tanz bei Ko Murobushi und Carlotta Ikea. 1990/91 wurde sie in Nordthailand am Lek Chaiya Institut in Chiang-Mai in medizinischer Thai Yoga Heil-Massage ausgebildet. Im Laufe der Jahre ihrer international erfolgreichen künstlerischen Karriere verfolgte Yvonne Pouget intensive Forschungen zu verschiedenen Bewegungssystemen und Möglichkeiten sich nonverbal über den Körper auszudrücken und mit der Umwelt zu kommunizieren. Neben ihrer 25-jähringen internationalen Karriere als Choreographin und Tänzerin hat Pouget sich immer weiter mit östlichen ganzheitlichen Körpertherapieformen, Heilmethoden, Meditationsformen und Massagetechniken beschäftigt, und dabei ihre eigenen Forschungen vorangetrieben. In ihren spezifischen Ansatz sind ihre Erfahrungen in medizinischer Thai Yoga Heilmassage, Shiatsu, klassische Massagetechniken, Integrativer Manueller Therapie, Bindegewebsmassage genauso wie ihre fundierten Kenntnisse in Pilates, Tai Chi, Feldenkreis, Spiraldynamik und Yoga eingeflossen. Als Choreographin und Tänzerin hat Pouget aus dem Jap. Butoh Tanz eine weltweit einzigartige international anerkannte Tanzsprache entwickelt, bei der direkte systemische Kommunikation (Hirnstammkommunikation) im Vordergrund steht. Damit gelingt es Pouget tiefe seelische Inhalte und die Essenz des Psychischen in einer universellen Tanzsprache auszudrücken. Die spezifische Tanzsprache “Anima Nuda” von Yvonne Pouget steht heute anerkannt für den Ausdruck der Essenz des Seelischen. Ihre künstlerischen und forschenden Leistungen wurden in den Jahren 2000 bis 2017 mit sieben Individualförderungen, mehreren Stipendien, Kooperations- und Projektförderungen, Gastspielförderungen und Wiederaufnahmeförderungen durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Pouget unterrichtet Ihre Tanzsprache “Anima Nuda” international. Ihre Kunst hat im In- und Ausland vom Publikum wie von der Presse ausnahmslos begeistert Anerkennung erfahren: “Italian-born and Munich based, Yvonne Pouget has developed a reputation as one of Europe’s leading choreographers“ (Plank Magazin, Vancouver International Dance Festival 2011).

Die zurückliegenden 17 Jahre hat sich die Künstlerin intensiv wissenschaftlich begleitet mit dem Themenkreis posttraumatische Belastungsstörung, Dissoziation, weiblichen Körperbildstörungen sowie der Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen beschäftigt. Yvonne Pouget gilt heute zu recht als Expertin und Pionierin für die Umsetzung dieser anspruchsvollen Themen. “Ihre Arbeiten zur Thematik „Trauma und Traumafolgestörung“ dargestellt in Ausdruck und Tanz sind etwas, was es so weltweit sonst nicht gibt” (Dr. Schwarz, Leiter Traumahaus Isar-Amper Klinikum, Haar bei München).

Neben der künstlerischen Bearbeitung diese Themen hat Pouget Traumsensibles Fascial Flow Training und Fascial Flow Therapie als körpertherapeutische Methode zur Behandlung von PTBS und komplexen Traumafolgestörungen, Dissoziation, Dissoziation Störungen, funktionellen Beschwerden, somatoformen Störungen, anhaltenden Schmerzstörungen, Erschöpfungszuständen und Erstarrungsphänomenen entwickelt. Der körpertherapeutische Ansatz der Methode wird zur Unterstützung und Stabilisierung des Nervensystems vor und nach Operationen eingesetzt.

Über eigene Feldforschungen mit den Körpertherpieformen TRE (Traum Release Exercies), Myofaszial Unwinding, Myoreflextherapie, dem süditalienischen Tarantismus, einem therapeutischen Musikritual, und dem Japanischen Butoh Tanz hat Pouget ihre Fascial Flow Methode entwickelt. Dazu hat Pouget die neurobiologischen Wirkungsmechnismen des Japanischen Butoh Tanz und des Süditalienischen Tarantismus entschlüsselt, und die Ergebnisse u.a. mit den Forschungen von Stephen Porges, Peter Levine, Besel van der Kolk, David Grant, Fredric Schiffer und David Berceli zusammengebracht.

Yvonne Pouget wurde mit Fascial Flow Training 2016 vom Vorstand der „Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie“ (DeGPT), Frau Prof. Dr. Astrid Lampe, als Expertin in die Arbeitsgruppe für „Körperorientierte Verfahren in der Traumatherapie“ der DeGPT geladen. Als Dozentin für traumasensibles Faszientraining nahm sie 2016 an allen Treffen der Arbeitsgruppe teil.

Ein Exkurs nach Süditalien, Hysterie und Tarantismus

Bis in die 50ziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein konnten im Salento/Süditalien Frauen, die nach schweren traumatischen Ereignissen Dissoziative Symptome einer komplexen Traumafolgestörung (PTBS) entwickelten mit Hilfe dieses therapeutischen Musikrituals erfolgreich behandelt werden. Die Musiker mussten ein Musikstück, einen Rhythmus finden, das die erstarrte Frau in „kopflose“, Bewegung brachte. Durch ungefilterte, willkürliche Bewegungen, bei denen die Muskeln und Faszien ihre aufgeladen (Über-)Spannung entladen konnten, gelang es die Frau von ihren Symptomen zu befreien. Das Ritual wurde ohne Unterbrechung über mehrere Tage durchgeführt, mehrere Frauen kümmerten sich um den sich windenden Körper der Frau, behüteten den Körper, hielten ein Kissen unter dem Kopf, damit die Frau sich nicht verletzen konnte, und standen ihrer Seele durch ihre Gebete und Gesänge bei. Sie unterstützten die „Tarantata“ bis der Organismus der körperlich völlig erschöpften Frau sich in eine Art von Brücke auf dem Kopf, die an die Position des „Arc de Cercle“ denken lässt, aufbäumte (Der Arc de cercle (franz.:Kreisbogen) oder große Bogen ist ein von Jean Martin Charcot (1825–1893) beschriebenes Phänomen, welches im Zusammenhang mit dem großen hysterischen Anfall (Hysterie grande) auftritt. Der Körper wird dabei kreisbogenartig nach hinten überstreckt. Der Kopf wird in den Nacken gelegt und auf die Unterlage gepresst, während der Rücken durch die Überstreckung angehoben wird).

Yvonne Pouget, die anders als ihre Name vermuten lässt süditalienische Wurzeln hat, ist Expertin für dieses süditalienische therapeutische Musikritual. Im Zuge ihrer langjährigen Recherche, die Beobachtung, Analyse und Auswertung der natürlichen Fähigkeit des Menschlichen Organismus den Discharge zu entladen, welche im menschlichen Nervensystem angelegt ist, welches z.B. die amerikanische Körpertherpieform TRE, Myofaszial Unwinding oder die Myoreflextherapie nutzt, schreibt Yvonne Pouget die Wirksamkeit dieses süditalienischen therapeutischen Musikrituals, das in einem geschützten und sozial anerkannten Rahmen statt fand, den propriozeptive Rückmeldungen (Propriozeptoren sind Muskel-, Gelenk- und Sehnenrezeptoren, die Informationen über die Haltung und Bewegung des Körpers an das Zentrale Nervensystem weiterleiten) zu. Durch die vollständiger Entladung der in den Muskeln und Faszien eingeschriebenen Überspannung des Erstarrungs-Reflexes, die ihren Höhepunkt und Abschluss darin findet, das die “Tarantata” sich ekstatisch in die Brücke-Position aufbäumt, und dabei die Matrix der Faszien endgültig zurück in seine ursprüngliche nicht zusammengekrampfte Dimension ausdehnend, kommt es durch die propriozeptiven Rückmeldungen über mehrere Tage im Gehirn zu einer Neuorganisation, das Gehirn wird zurückvernetzt.

Yvonne Pouget hat mit ihrem Musiktanztheater “Identità” die Kraft und seelische Dimension dieser wissenschaftlich faszinierenden “Bottom-up- Methode” , die heutzutage in Vergessenheit geraten ist, als poetisch transformierte Fassung begleiteten von Pino De Vittorio, dem wichtigsten Bewahrer des authentischen musikalischen Repertoires dieses alten therapeutischen Musikrituals auf die Bühne inszeniert. Pino De Vittorio´s Interpretationen enthalten die Essenz, die Kraft und die heilende Wirkung der Musik. 2014 wurde Identità” zuerst in München, und danach ein Gastspiel in Taranto, im Salento in Süditalien, in der Wiege des Tarantismo und der Heimatstadt des Sängers im Jahr seines 60. Geburtstages zur Wiederaufnahme gebracht.

„Ich erinnere mich noch an Yvonne Pouget´s großartiges Stück „Hoch oben weites Blau“ (2007/2008). Sie hat meines Wissens als eine der ersten in München das Thema der posttraumatischen Belastungsstöungen künstlerisch aufgearbeitet und damit ein politisches Großthema antizipiert – wenig später wurden derartige Störungen der deutschen Soldaten im Afghanistaneinsatz in den Großmedien als grundlegendes Problem aufgegriffen“. (Martin Sambauer, DAS INTEGRAL)

Das Thema der letzten Produktion von Yvonne Pouget „Lo spirito del cuore“ war das Biographische Gedächtnis der Faszien: Körperliche Erfahrungen werden in den Nervenzellen gespeichert und bilden ein unabhängiges Gedächtnis. Zwischen Großhirn, Rückenmark und den Faszien findet gleichermaßen eine Kommunikation statt. Die aktuelle neurobiologische Forschung spricht in diesem Zusammenhang vom „Gedächtnis der Faszien“ in dem die gesamte Lebensgeschichte eines Menschen eingeschrieben ist.

ein kurzer TV Clip aus Italien über „Identità“ 2014 in Taranto/Süditalien, ein Musiktanztheater über die Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen: https://www.youtube.com/watch?v=RJRDHIltjp8
https://vimeo.com/151909738

www.yvonnepouget.com

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