Kontakt und zur Person

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YVONNE POUGET (geb. 1967) ist freischaffende Künstlerin, Choreographin und Tänzerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie (Schwerpunkte: Körperzentrierte Psychotherapie und Tanztherapie) Ausbildung in Brainspotting, Weiterbildung in Ego State Therapie, Traumzentrierte Hypnotherapie, Integrative Traumatherapie, sie ist Mitglied der DGT (Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie e. V.).

VITA:
Im Laufe ihrer 35- jährigen international erfolgreichen künstlerischen Karriere verfolgt Pouget intensive Forschungen zu verschiedenen Bewegungssystemen und Möglichkeiten, sich nonverbal über den Körper auszudrücken und mit der Umwelt zu kommunizieren. Die gebürtige Neapolitanerin Pouget entwickelte dabei eine eigene weltweit anerkannte kinästhetisch hoch anspruchsvolle Bühnensprache als “universell verständliche Sprache ohne Worte“, inspiriert durch die alte neapolitanischen Gestensprache der „einfachen Leute“, der Herzens-Sprache ihres Vaters: bei dem “Gestikulieren der Neapolitaner” handelt es sich um eine eigene Sprache, bei der mit Kombination aus Körperposition, Geste, Mimik und Blick ein konkreter, nuancierter Inhalt kommuniziert wird – etwas das man mit gesprochenen Worten gar nicht so umfassend sagen kann.
Mit ihrer eigenen Bühnensprache hat Pouget daraus etwas weltweit einzigartiges entwickelt: eine Sprache ohne Worte die man weltweit verstehen kann. Die neurobiologische Analyse bestätigt das. Die “Körpersprache der Poesie” erreicht das ganze Gehirn, profund und nuanciert Intellektuelle Inhalte, die seelische Innenwelt.
Hirnstammkommunikation, Ganzkörper Co-Regulation via Spiegelneuronen (welche uns die Bewegung anderer Personen wie unsere eigene erleben lassen), eine profunde Verständigung und Begegnung in der seelischen Tiefe. Der Bereich der uns Menschen menschlich macht, eine Form von Austausch und Begegnung, die erst Isolation und Abgrund überwindet. Die Suche nach Sicherheit darf nach Hause, Ankommen. Das was die Polyvagaltheorie nach Stephen Porges wissenschaftlich erklährt. Das Nervensystem erlebt in der Co-regulativen Begegnung Sicherheit, eine Form dr Ansprache die im Hirnstamm ankommt, und und negative Feedback-Schleifen überschreibt. Die Seele kommt in den Frieden, in ihre weiche Kraft, das Leben kann blühen.

Pouget hat auf ihrer Reise in der Kunst persönliche Emotionen in universelle umgewandelt, und dem Publikum tiefe seelische Welten erschlossen. Der Zuschauer wurde dabei klar dazu aufgefordert, in sich selbst hineinzuschauen, um die eigene Menschlichkeit und den Respekt vor dem eigenen Sein wiederzuentdecken, mit allem was es bedeutet menschlich zu sein.

Aus diesem Weg in der Kunst dann Fascial Flow als Therapie – und Tanztherapiemethode, und als Einzelarbeit für mehr Bühnenpräsenz und zur Leistungsoptimierung für Musiker, Sänger und Profisportler – weiter zu entwickeln, war der konsequente nächste Schritt.

Auch, da sich die Choreographin in ihrer Kunst forschend in der Tiefe bereits seit 1999 mit dem Symptomen der sog. Kriegszitterer, dem Themenkreis (komplexe) Traumafolgestörungen, Dissoziation und der Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen beschäftigt hat.

Konkrete sportmedizinische Expertise erlangte Pouget in den Jahren 2013 – 2024 in denen sie intensiv privat an der Wirkung von Akupunktur, Wet Needling, Dry Needling und Elektroakupunktur mit Prof. Dr. Florian Pfab (war Leiter der Medizinischen Abteilung des Fußball-Bundesliga Verein Eintracht Frankfurt, Brighton & Hove Albion · Brighton, heute Hofffenheim) an den Zusammenhängen zwischen Traumafolgen, Chronischem Schmerz, Erstarrungsphänomenen und Dissoziationen geforscht hat.

Pouget hat mit Fascial Flow eine Arbeitsmethode auf Basis der Faszien entwickelt, die u.a. ein Umlernen der veränderten Reizverarbeitung bei intensiven Stress- und Überlastungserfahrungen ermöglicht. Der Ansatz nutzt den Körper als ultimative Ressource, richtet eine direkt Ansprache an den Hirnstamm und eigenen sich zur Begleitung und Behandlung von komplexen Traumafolgen, dissoziativen Phänomenen, nach Operationen fixierten Shutdown, chronischem Schmerz, sowie (chronischen) Erstarrungsphänomenen unklarer Genese. Dabei ist es wichtig zuviel Spannung aufzulösen, aber genauso wesentlicher ist es, Spannung wieder dahin zu bringen, wo sie fehlt. Innaktive Muskulatur, abgekoppelte Antagonisten real physisch wieder anzuschließen, Bänder und Sehen aus der Erstarrung zu holen, ev. getrennte motorische Flügel erst wieder zusammenbringen. Um ein massiv verändertes Zusammenwirken von Hirnhälften zu verändern, das sich auf dass Psychische Erleben starkt auswirkt, kann es daher notwendig sein Fußgewölbe wieder aufzubauen.

Pouget hat außerdem Protokolle für Elektroakupunktur mit 8 / 16 Nadeln entwickelt. Die Protokolle waren mehrjährig in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in der Anwendung zur Erprobung, im Rahmen einer “engen vertrauensvollen Zusammenarbeit” (Zitat R. Musil) mit und durch den langjährigen Oberarzt Herr. Dr. Richard Musil, Leiter einer Spezialstation auch für Menschen mit komplexen Traumafolgestörungen; die Zusammenarbeit bestand zwischen 2019 -2022). (Die Protokolle: ua. periphere Stimulation bringt das „mapping“ wieder ins Gehirn, „umstimmen“ des alten Parasympathikus und Zepter aus der Hand nehmen, shutdown discharge, Anstoß zu kontrolliertem strukturellem Rückbau).

Neurodiversität: Gehirnentwicklung – Zwei Hirnhemisphären – Persönlichkeitserleben:

“Wir Menschen sind Säugetiere, und kommen anders als sog. Nestflüchter unfertig, nicht alleine überlebensfähig auf die Welt. Unser Organismus, Gehirn, Nervensystem muss sich erst noch viele jahrelang entwickeln, bis wir alleine und unabhängig für uns sorgen, uns überhaupt alleine am Leben erhalten können. Nun wachsen wir alle eben nicht unter den selben Lebens- und Umweltbedingungen auf, dadurch können wir auch gar nicht das gleiche Gehirn haben, denn Gehirn, Nervensystem, der gesamter Organismus adaptieren an die Lebensumstände ,unter denen wir aufwachsen. Es gibt nicht zwei Personen mit einem identischen Gehirn! Überhaupt haben wir auch garnicht ein Gehirn, sondern zwei Gehirnhälften. Wir haben nicht nur einen Hippocampus, oder Amygdala, sondern jeweils zwei, .aber besitzen nur ein Sprachszentrum. Bein den meisten Personen ist das Sprachzentrum in der linken Hirnhemisphäre. Unser Hirnhemisphären sind also auch nicht identisch. Und Hinhemisphären können sehr individuell zusammenwirken und das Persönlichkeitserleben beeinflussen. Mich hat in diesem Zusammenhang der Austausch mit Fredric Schiffer sehr in meinen eigenen Forschungen und Theorien bestärkt, auch das ich unveröffentlichte Studien von ihm einsehen durfte war eine wertvolle Bestätigung und Hilfe für mich.”

Fredric Schiffer, Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School, USA forscht seit sehr langem an der Rolle unserer linken oder rechte Hirnhemisphäre bei der Festlegung der Persönlichkeit und der Manifestation und Verschlimmerung psychischer Probleme, aufgrund von Kindheitstraumata; am Zusammenwirken der Hirnhemisphären und Persönlichkeitserleben. Seine bekanntesten Forschungen beziehen sich auf die emotionalen Beeinflussung des Gehirns durch laterarilsierende Brillen. Hierzu benutzt er spezielle Brillen, die den optischen Zugang der Augen auf jeweils eine Gehirnhälfte beschränken. David Grant entwickelte auf u.a. Basis seiner Studien daraus (One Eyed) Brainspotting.
(Eine Studie mit laterarilsierenden Brillen ist hier verlinkt: https://akademie-traumatherapie.de/wp-content/uploads/2016/09/Paper-Frederic-Schiffer.pdf )

Ein älterer persönlicher Kommentar von Fredric Schiffer über Yvonne Pouget Forschungen und Fascial FLow in den Anfangsjahren:

“ I think the work you are doing is amazing. Unfortunately, it may not lend itself to something that can be sold to the medical community. One factor is that you are a very special ingredient and your skill and competence cannot be transferred to very many others. Also the procedure cannot be easily marketed because of the time required and the touching aspect. It is easier to dispense pills or have a yoga class with 30 people. Still, you will probably build an exciting reputation and clinical practice even without acceptance by the wider therapeutic community.“

Publicationen in Buchform:
Schiffer F. Of two minds: the revolutionary science of dual-brain psychology. New York: The Free Press, 1998.

Schiffer, F. MD Goodby to Anxiety, Depression, Addiction, and PTSD: The Life-changing Science of Dual Brain Psychologiy, Stonewall Press, 2024
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„Auf Basis jahrelanger künstlerischer Praxis und profunder psychotraumatologischer Expertise habe ich eine spezialisierte kinästhetisch-propriozeptive Methode entwickelt. Diese widmet sich der somatischen Regulation und der Behandlung von (komplexen) Traumafolgen und Dissoziationen. Meine Arbeit verbindet neurobiologische Brücken mit der unmittelbar erlebbaren Sprache des Körpers – ein Ansatz, der sich sowohl in der Begleitung von Menschen in tiefen Prozessen als auch in der Beratung von medizinischen Fachleuten und Kliniken bewährt hat.”

“Ich vertraue dem Körper und der Wahrheit des Einschreibungskörpers.
Ich vertraue erfühlter Bewegung, wahrhaftiger Begegnung und Berührung die den Einschreibungskörper befreit. Ich vertraue auf den tiefsten Kern in uns Menschen,
und dem Stoff aus dem wir inwendig gewebt sind, was uns zu dem einzigartigen Menschen macht die wir sind: das allumfassende Netzt der Faszien und seiner autonomen Bewegtheit, Energie, Klang. Dem inneren Körper- der Körper der Seele”.

aktuelle Tanztheaterproduktionen von Yvonne Pouget:

Link zur abendfüllenden Aufzeichnung der Premiere von “Verdi Prat – Blühen“, Mai * Juli 2024, in der Kirche St Paul, München:

https://www.youtube.com/watch?v=Jr9OA3Bl-FM

“Verdi Prati“, mit Raphaela Gromes & Julian Riem: https://foyer.de/mediathek/georg-friedrich-haendel-verdi-prati/

in der Coronakriese wurde Yvonne Pouget 2021 geehrt durch eine Förderung zu “Entwicklung eines öffentlich einsehbaren Archiv / Werkschau (Essenzgewinnung) Rückblick auf 30 Jahre Tanzkunst von Yvonne Pouget,” durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, DIS-TANZ-SOLO des Dachverband Tanz Deutschland.

Transgenerationale Weitergabe von Kriegstraumata künstlerisch aufgegriffen:

Identità – Pellegrinaggio all‘ amore
Identität – Wallfahrt für die Liebe.
Die poetische Übersetzung der ursprünglichen Bedeutung einer Pizzica Tarantella.
Eine Auseinandersetzung mit der Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen in Form eines rituellen Theaterlabors.
Ein Tanztheater von Yvonne Pouget.
Mit: Pino de Vittorio
Aufzeichnung der Premiere: 29. Oktober 2009

Für ihre Produktion „Identità – Pellegrinaggio all ́amore“ konnte Yvonne Pouget eine er- lesene Besetzung aus international renommierten Künstlern unterschiedlicher Sparten gewinnen. Gemeinsam mit der Bildhauerin Hélène Yousse (Spanien), dem Sänger und Schauspieler Pino De Vittorio (Italien), dem Chitarra-Battente-Virtuosen Marcello Vitale (Italien), der Tänzerin Katharina Neuweg und dem Tänzer Damien Liger entführt sie ihr Publikum in eine berauschende Welt der Sinnlichkeit. In eine tiefgründig-geheimnisvolle Theaterwelt in der die Seele Süditaliens atmet, in der logisches Verstehen überflüssig ist, wo der Klang zur Gebärde und die Aufführung zu einem Raum wird, in den das Publikum eintritt und spürt.
Inhaltlich setzte Pouget dabei die Erforschung ihrer zwei Hauptthemen fort:
Die Möglichkeit eines erfüllten (Über)Lebens unter den erschwerten Bedingungen von Gewalterfahrung, Extremstress und Tod.
Grundlage von „Identità – Pellegrinaggio all’ amore“ ist das komplexe Thema der Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen. Zur Umsetzung für ihr „rituelles Theaterlabor zur methaphysischen Wunscherfüllung und Reinigung“ wählt die Choreographin die ursprüngliche Bedeutung einer Pizzica Tarantella, die sie von einem individuellen Schicksal auf eine ganze Generation ausweitet.
Als allegorische Personifizierung einer kriegstraumatisierten Seele, erschafft Pouget als Ausgangs- punkt ihrer Inszenierung die Figur der ‚Fanciulla’ – die „Tarantata“ der Wallfahrt für die Liebe. Pouget versteht die ‚Fanciulla’ als „methaphysische Stellvertreterin“ der kriegsgeschädigten Menschen in der Generation ihrer Großeltern und Eltern. In dieser Stellvertreterin verdichtet Pouget die lebenslange Sprachlosigkeit und das Abspalten-müssen einer verstummten Generation.

“Ich vertraue dem Körper und der Wahrheit des Einschreibungskörpers.
Ich vertraue erfühlter Bewegung, wahrhaftiger Begegnung und Berührung die den Einschreibungskörper meint und befreit. Ich vertraue auf den tiefsten Kern in uns Menschen, dem Stoff aus dem wir inwändig gewebt sind, der uns zu dem einzigartigen Menschen macht der wir sind, Hüter und Bewahrer unserer Identität: das allumfassende Netzt der Faszien und seines autonomen Signaling*, Bewegtheit, Energie, Klang: Dem inneren Körper- dem Körper der Seele.”

Hinweis: ©all copyrights: yvonne pouget; die auch auszugsweise Vervielfältigung und Verbreitung dieser im Sinne des deutschen Urhebergesetzes (UrhG) geschützten Texte, Workshopsskripte und Workshopkonzepte auf diesen Seiten, auch auszugsweise, sind ohne die schriftliche Einwilligung der Urheberin verboten.

 

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