Theorie der Methode

Yvonne Pouget, Choreografin
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Körperzentrierte Psychotherapie
Tanztherapeutin

Mitglied der DGT (“Deutschen Gesellschaft für Tanztherapie” e.V.)
Heilpraktikererlaubnis eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie (HPG Gesetz).

Fascial Flow Training & Fascial Flow Touch
Der innere Körper – der Körper der Seele

Eine Methode als körperzentriertes Verfahren bei Stresserkrankungen, in der Traumatherapie, bei Dissoziation Störungen, somatoformen Störungen und anhaltenden Schmerzstörungen

»Man braucht nur elementare Literatur über die Funktion des Gehirns, das Nervensystem und die Stress-Physiologie zu lesen, um zu verstehen, dass Psyche und Körper unbestreitbar miteinander verbunden sind« (Babette Rothschild) „Gehirn und Körper – unsere ultimativen Ressourcen“ (David Grant)

“In einer Stunde Spiel finden wir mehr über einen Menschen heraus, als wenn wir uns ein ganzes Jahr lang mit ihm unterhalten”. Platon

Fascial Flow Training& Fascisl Flow Touch ist eine Methode die an den aktuellen Forschungsstand anknüpft und auf der Struktur der Faszien unter Integration des Nervensystems ansetzt, und den gesamten Organismus und das gesamte Gehirn anspricht. Das Training nutzt die Struktur der Faszien als Körperressource, da Faszien sich regenerieren können. Ebenso wie sich das Gehirn durch das Phänomen der Neuroplastizität und der Neurogenese, also die Fähigkeit, zeit seines Lebens neue Nervenverbindungen und neue Zellen zu bilden, nicht nur immer wieder reorganisieren, sondern auch von Grund auf erneuern kann. „Crossing the hemispheres is the most important thing“ Robert Scaer.

Für die Grundlage auf die die Theorie der Methode aufbaut ist die Lateralität der Hirnhemisphären wichtig. Das Erklärungsmodell der muskulären Dis-Balance ist: nämlich dass die linke Hemisphäre die rechte Körperseite steuert und die rechte die Linke, das ist für die langen Faszien-Ketten, da diese über Kreuz laufen relevant:
Für den Wirkungsmechanismus ist wichtig, das sich über 80 Prozent der freien Nervenenden des Organismus in der Faszie, die die Muskeln des Bewegungsapparats gegen die Unterhaut abgrenzen befinden. Dass zwischen Großhirn, Rückenmark und den Faszien eine autonome Kommunikation stattfindet. Dass körperliche Erfahrungen in den Nervenzellen der Faszien gespeichert werden. Die aktuelle neurobiologische Forschung spricht in diesem Zusammenhang vom „Gedächtnis der Faszien“ in dem die gesamte Lebensgeschichte eines Menschen eingeschrieben ist.
Durch eine sehr sensible Vorgehensweise, die immer mit und nie gegen das Nervensystem geht, unter Berücksichtigung der Polyvagaltheorie von Stephen Porges werden beim FFT spielerisch und freudevoll ohne Leistungsdruck schonend Bewegungsbereiche erreicht, die lange nicht mehr erspürt wurden. Ausgehend von den sicheren Orten im Körper, wo es sich gut anfühlt. „Blinde“ Sensoren der Faszien, und „erblindende Regionen“ welche mit Verlust von Bewegung und Körperwahrnehmung einhergehen, werden in Folge re-animiert. Es gibt Release Übungen für den „Hauptstamm“ des Vagus, den 10. und größten Hirnnerv des parasympathischen Nervensystems, der für die Stressregulation zuständig ist. Den Vagus zu entspannen, ist wichtig, denn er besteht nur zu 10 % aus efferenten Fasern (vom Zentralen Nervensystem Richtung Peripherie) aber zu 90% aus afferenten Fasern (von der Peripherie Richtung ZNS). Das bedeutet, das 90% des Informationsflusses vom Körper in das Gehirn geleitet werden, umgekehrt nur 10% der ausgetauschten Informationen vom Gehirn in den Körper übermittelt werden. Schonend, unter Integration des Nervensystems, dem Vagus „an der Fersen hängend“ ähnlich Peter Levine´s Pendulations Modell, nutzt das Training damit die Struktur der Faszien als Körperressource. Die meisten propriozeptiven Impulse die von den Faszien in das Gehirn wandern, werden in Hirnregionen verarbeitet, die nicht mit unserem Bewusstsein zusammenhängen. Fascial Flow Training & Therapie kann damit das tiefe Gehirn erreichen, es können lösende, beruhigende Impulse in das Gehirn gebracht werden. Der „Innere Körper“ der Faszien, an dem die Emotionen hängen, und darüber der ganze Organismus wird in Folge re-animiert. Das Gehirn organisiert sich neu.

Einige Beispiele der wissenschaftlich abgesicherten Wirkungsmechanismen in den Übungen sind:
Der Vagus- Nerv kann mit Augengrundübungen, wie sie auch z.B. in der Rehabilitation vorkommen, oder mit dem Okulokardialen (Okulo-Zilliar-) Reflex (OKR) beeinflußt werden. Der OKR kann durch sanft-sensible Augenpressur oder Akkkomodation via den Pupillenschließmuskeln, die Zillarmuskeln und die inneren (medialen) Augenmuskeln, welche dem Parasympatischen System angeschlossen sind, ausgelöst werden. Akkomodation bezeichnet den Vorgang der Nah- oder Fernanpassung des Auges, die Geschwindigkeit ist ein Faktor, die Stimulation durch schnelle Konvergenz im Wechsel mit Divergenz der Augen wird mit Hilfe der eigenen Hände hergestellt, und mit Bewegungsübungen kombiniert. Die parasympathische Aktivierung dieser Übungen im geschützten Rahmen haben einen verlangsamenden Einfluss auf den Herzschlag, auch starke Angstgefühle verschwinden. Einige Übungen nutzen den natürlichen Mechanismen der (embryonalen) Entspannungshocke, unsere optimale Energiespeicherposition. Die großen Muskelgruppen des Rückens, der Gesäßmuskeln, der Beckenboden, die Oberschenkelstrecker, die Waden-Achillessehen und alle Zehenbeuger werden über ihre Grundlänge hinaus gedehnt und erhalten so mehr Sauerstoff. Der Spinalkanal wird erweitert, der Puborektalmuskel und Beckenboden entspannt, mit Regeneration eines druckgeschädigten Schamnervens. Die Lumbalfaszie des Rückens, und die tiefen Sehen der Gesäßmuskeln werden ebenfalls erreicht. Überkreuz-Bewegungsübungen der Hände und Füsse fördern die Zusammenarbeit der Hirnhemisphären. Übungen, die das Kinn Richtung Brust bringen, stimuliert wie eine Auswahl an Zungengrundübungen die Barrorezeptoren, was den Blutdruck positiv beeinflussen kann. Mimikübungen „Melting Faces“, in Verbindung mit Tönen, „hacken“ sich über die Muskeln und Faszien der Mimik, die zum „Sozial Engagement System“ (Porges Polyvagaltheorie) gehören, in´s extrapyramidale System und den Hirnstamm. Der dritte, siebte und neunte Hirnnerv können Bewegungsimpulse aus der Gesichts-Halsregion mit Tiefenentspannung kombinieren, die der Vagus an Herz, Lunge, Bauchraum, Muskulatur überträgt. Eine positive Feedbackschleife löst den Teufelskreis der „Flucht oder Kampf“-Falle langsam und schonen auf. Aus der Beobachtung der Shyne Stock Atmung, der im Sterbeprozess und bei Tieren im Winterschlaf vorkommt, und den Atemübungen des Japanischen Butoh Tanz gibt es bei Fascial Flow Training& Therapie eine weiterentwickelte Atemübungen, bei denen mit Atempausen gearbeitet wird. Die Atemübungen, die mit Tönen kombiniert werden können, welche die willentliche, „haltende“ Kontrolle „ablenken“ lösen Spannungen im motorischen Subsystem der Halte- und Mitbewegenden, im Zwerchfells und in den Atemhilfsmuskeln. Freies Atmen wird wieder möglich. Erstarrungsphänomene in den Innervationsgebieten des melierten Vagus-Nervs lösen sich auf. Mit aus dem Jap. Butoh Tanz und dem Süditalienischen Tarantismo entwickelten spezifischen sanfte Vibrations- und Schüttelübungen auf Musik kann der Cortisolspiegel gesengt werden. Es treten häufig spontane erleichternde myofaszialen Spannungsentladungen (myofascial unwinding) auf, oder neutrogenem Zittern („spontaneous regulation of fascial stiffness over a time period ranging from minutes to hours“). Sehnen und Bänder entspannen, Verspannungsschmerzen und funktionelle Störungen nehmen ab. Die Informationen werden propriozeptiv in das tiefe Gehirn und die Hirnhemisphären eingespeist („wo es sitzt“) wo die Impulse dann verarbeitet werden und regen dort eine Neuvernetzung an.

“Our bodily wounds eventually close and heal. But there are always hidden
wounds, those of the heart, and if you know how to accept and endure them, you will discover the pain and joy which is impossible to express with words. You will reach the realm of poetry which only the body can express.” KAZUO OHNO (Gründer des Japanischen Butoh Tanz)

Kontakt: info@yvonnepouget.de ; 0171-3646932

www.fascial-flow-training.com www.yvonnepouget.com
ein kurzer TV Clip aus Italien über „Identità“ 2014, ein Musiktanztheater von Yvonne Pouget über die Weitergabe von Kriegstraumata an die nächsten Generationen, als Gastspiel in Taranto/Süditalien: https://www.youtube.com/watch?v=RJRDHIltjp8
https://vimeo.com/151909738

 

< Top